Aktuelles VHS Programm
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Liebe Lüneburgerinnen, liebe Lüneburger,

die Arbeitswelt 4.0 macht von sich reden, selbstlernende Maschinen werden die Arbeitswelt verändern. So heißt es. Der Alltag hat sich schon verändert. Die Wahrnehmung der Welt geschieht nicht mehr analog, sie geschieht per Bildschirm, mit einem Smartphone, einem Laptop und weiterer technischer Hilfen, die unseren Puls, unsere Schritte, unsere Ruhe- und Stressphasen registrieren.
Auf die Frage, wie das Wetter ist, schauen die Menschen nicht mehr aus dem Fenster, sondern auf ihr Smartphone, um zu sagen, wieviel Grad die Luft draußen hat, wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist, wie stark der Wind weht. 
Über all diese Daten hatten wir früher einmal eigene Erfahrungen, haptisches Erkunden. Der Wind im Gesicht und in den Haaren, seine Wärme an den Wangen, die Kälte, die uns frösteln lässt, all das sind nach und nach aufgebaute Merkmale, die uns aufgrund vieler Erfahrungen sagen lassen, wie das Wetter sich entwickeln wird. All das ohne eine Wetter-App.
Nun ist so eine Entwicklung durchaus nichts Neues. Neugierde hat schon immer die Entwicklung der Menschheit bestimmt, Skepsis auf der einen Seite, Weltoffenheit auf der anderen Seite. Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten. Für den ländlichen Raum, für allein lebende Ältere werden die Vorteile beschrieben. Bewegungs- und Gesundheitssensoren im Haushalt und am Körper überwachen uns zu unserem Vorteil. Zudem kann die ganze Welt in den eigenen vier Wänden erfahren werden. Optische und akustische Sensoren vermitteln uns den Eindruck, als seien wir in Echtzeit dabei. Alle Waren kommen, wenn wir es wünschen, per Boten ins Haus. Die eigene Wohnung muss niemand mehr verlassen. Auch nicht um zu lernen. Ohne Zweifel gibt es hervorragende Unterrichtsmaterialien, die erstellt wurden, die interaktiv arbeiten, die per YouTube oder anderen Plattformen nun von jedem Menschen erreichbar sind. Sie können das Lernen am einsamen Schreibtisch ersetzen. Menschen sind interaktiv „unterwegs“, sie erlernen eine Sprache mittels einer interaktiven Lernsoftware, für die Nutzung von EDV-Anwendungsprogrammen fürs Büro gibt es für jede Anwendung hilfreiche Videos im Netz, für jede handwerkliche Anwendung gibt es zig Hinweise, wie und mit welchen Schritten man Fliesen anbringt, Autos am besten wäscht oder wie ein gebrochener Arm  gerichtet  wird, falls mal kein Arzt in der Nähe ist. Man fragt sich also, warum es noch Schulen oder andere Orte gibt, in denen gelernt wird. Eigentlich müssten sie sich überflüssig machen.
Wir erleben das Gegenteil.
Die Menschen kommen zu uns. Sie wollen echte Menschen um sich herum, sie wollen echte Rückmeldungen und nicht die von Maschinen, auch wenn noch so intelligente Algorithmen programmiert wurden und  die Rückmeldungen präzise und objektiv sind, genauer als ein Mensch dies je erreichen kann. Die Menschen wollen beides, die Unterstützung intelligenter Lernsoftware, aber auch den Austausch mit anderen Menschen. Das Lernen verändert sich. Die Anforderungen an unsere Einrichtung und an unsere Kursleitenden verändern sich.
Im neuen Semester haben wir unsere, haben wir Ihre Lernwelten erweitert. Wir gehen auf veränderte Bedürfnisse ein. Wir reisen mit Ihnen nach Berlin, um unsere Vergangenheit zu begreifen, wir bieten Ihnen an, sich ohne Worte, also pantomimisch auszudrücken, wir legen eine virtuelle Mal-Reise nach Schottland oder in die USA zurück. Wir erlernen mit Ihnen Italienisch oder Spanisch mittels neuer Medien, wir hören das Rascheln der Blätter (noch analog) oder gehen achtsam auf dem Kalkberg. Wir fragen uns auch, welche gesellschaftlichen Auswirkungen die Fremdvermessung, zum Beispiel durch die Krankenkassen, hat, was es mit der Datensammelwut von Google und Co. auf sich hat.
Allen diesen Kursen ist gemeinsam, dass wir Sie weiterhin einladen, zu uns zu kommen. Das Grundbedürfnis nach klaren Strukturen und damit nach Sicherheit sowie das Bedürfnis nach Anerkennung im direkten Kontakt ist geblieben. Deutlich wird, dass alle Mediennutzung dies nicht ersetzen kann. Den Volkshochschulen kommt daher die Bedeutung zu, den Beziehungsverlust durch die Digitalisierung zu kompensieren. Gestik, Mimik, Worte, Wortwahl, Betonung, Lautstärke und Blicke sind durch nichts zu ersetzen; auch die Emoticons in den digitalisierten Nachrichten ersetzen nicht das echte Gegenüber.
Das Titelbild drückt die Ambivalenz der Entwicklungen aus. Der Mensch wird bis in seine Gehirnstruktur, bis in sein Denken hinein gläsern. Der untere Teil des Bildes lässt uns glauben, dass die Wirklichkeit erst durch den Blick auf den Bildschirm wirklich scharf wird. Aber es zeigt auch deutlich, dass wir es in der Hand haben, den Bildschirm wegzunehmen, auszuschalten und uns auf die Wirklichkeit mit all unseren Sinnen sowie unserem Denken einzulassen.
Vertrauen wir darauf. 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen anregende Gedanken, entdecken Sie interessante Kurse, bleiben Sie mit uns in Kontakt, wir sind Ihnen für Ihre Rückmeldung dankbar.

Gerhard Cassens
Für das Team der VHS REGION Lüneburg

Gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Hansestadt und Landkreis Lüneburg mbH

Volkshochschule REGION Lüneburg

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